Wie läuft die professionelle WDVS-Reinigung ab?
Fassadenklar reinigt WDVS-Fassaden in fünf Schritten: Befund, kostenlose Probefläche, Vorbehandlung mit einem auf den Untergrund abgestimmten Reinigungsmittel, Abspülen im Niederdruck und zum Abschluss Desinfektion und Imprägnierung, beides im Festpreis enthalten. Hochdruck kommt dabei nicht zum Einsatz, weil die dünne Putzschicht die Dämmplatten vor Wasser schützt und ein harter Strahl sie beschädigen kann.
Fassadenklar ist ein Fachbetrieb aus Stuttgart und reinigt bundesweit, Einsätze in Österreich sind möglich. Beim Softwash-Verfahren übernimmt das Reinigungsmittel die eigentliche Arbeit, das Wasser spült den gelösten Belag nur mit wenig Druck ab.
- Befund: Wir prüfen den Zustand der Putzschicht, Art und Ausmaß des Bewuchses und mögliche Risse. Risse sollten vor der Reinigung vom Fachhandwerker instand gesetzt werden.
- Probefläche: An einer unauffälligen Stelle reinigen wir eine kostenlose Probefläche. Sie sehen das Ergebnis an Ihrer eigenen Wand, bevor Sie entscheiden.
- Vorbehandlung: Ein auf den Untergrund abgestimmtes Reinigungsmittel wird ohne Druck aufgetragen und wirkt ein. Es löst den Belag, bevor gespült wird.
- Abspülen im Niederdruck: Der gelöste Belag wird von oben nach unten mit wenig Druck abgespült. Restliche Moospolster lösen wir mit einer weichen Bürste, niemals mit Metallwerkzeug.
- Desinfektion und Imprägnierung: Zum Abschluss wird die Fläche desinfiziert und mit einer Imprägnierung geschützt. Beides ist im Festpreis enthalten.
Wie sich bestehender Bewuchs speziell auf WDVS behandeln lässt, zeigt der Beitrag Algen von der WDVS-Fassade entfernen.
Was ist ein WDVS?
Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist eine Außendämmung, bei der Dämmplatten auf die Außenwand geklebt, bei Bedarf gedübelt und mit einem armierten Putz überzogen werden. Von innen nach außen:
- Tragende Wand: das bestehende Mauerwerk oder der Beton.
- Klebemörtel: passend zum Untergrund gewählt; trägt der Untergrund nicht ausreichend, werden die Platten zusätzlich gedübelt.
- Dämmplatten: zum Beispiel aus expandiertem Polystyrol (EPS), Mineralwolle, Holzfaser, Polyurethan oder Mineralschaum.
- Armierungsschicht: Unterputz mit eingebettetem Gewebe, das Spannungen verteilt und Rissen vorbeugt.
- Oberputz: die sichtbare Schicht, oft mit Grundierung und Anstrich.
Zusammen ist diese Putzschicht dünn: „Insgesamt beträgt die Dicke der Putzschicht in der Regel etwa 6 bis 10 mm“, schreibt energie-experten.org (abgerufen am 02.10.2026). Daneben gibt es Dickputzsysteme mit über 20 mm mineralischem Putz, die das Fachmagazin Bauhandwerk als hoch schlagfest beschreibt (abgerufen am 02.10.2026). Von außen sieht man den Unterschied selten, deshalb gilt für jede gedämmte Fassade: kein harter Strahl.
Warum veralgen WDVS-Fassaden schneller?
Algen brauchen an der Fassade vor allem Wasser, und gedämmte Wände liefern es öfter. Das Umweltbundesamt schreibt: „Gut gedämmte Fassaden bleiben länger feucht nach Regen oder Nebel und bieten somit ideale Wachstumsbedingungen für Algen und Pilze.“ (Umweltbundesamt, Entscheidungshilfen, abgerufen am 02.10.2026)
Der Grund ist Bauphysik. Jede Außenwand verliert über langwellige Abstrahlung ständig Wärme; nachts fehlt die Sonne, die das tagsüber ausgleicht. Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist; ist eine Oberfläche kälter, schlägt sich an ihr Tauwasser nieder, auch ohne Regen. Bei einer massiven Wand hält die gespeicherte Wärme die Oberfläche nachts wärmer. Beim WDVS trennt die Dämmung den Putz von der warmen Wand, und die dünne Außenschicht speichert selbst wenig Wärme.
In Freilandmessungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik fiel die Oberflächentemperatur eines WDVS nachts unter die Lufttemperatur, die der massiven Wände nicht; häufiger nächtlicher Tauwasserausfall war nur beim WDVS zu erwarten (IBP-Mitteilung 382). Als kritische Zeiträume nennt das Institut Herbst und Frühling (IBP-Mitteilung 438, beide abgerufen am 02.10.2026). Dazu kommen die Faktoren, die jede Fassade betreffen: Nord- und Westseiten, Schatten von Bäumen, fehlende Dachüberstände und Tropfkanten. Mehr dazu unter Warum entstehen Algen an Ihrer Fassade? und Kondenswasser an der Fassade.
Algen, Schimmel oder Verfärbung? So lesen Sie Ihre WDVS-Fassade
Nicht jede Verfärbung auf einem WDVS hat dieselbe Ursache. Die Tabelle hilft bei der ersten Einordnung, sicher bestimmt wird der Belag vor Ort.
| Erscheinung | Was meist dahintersteckt | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| flächiger grüner bis grau-grüner Belag | Algen auf lange feuchtem Putz, oft Nord- und Westseiten | Softwash im Niederdruck |
| dunkle Streifen von oben nach unten | Algen und Schmutz entlang ablaufenden Regenwassers | reinigen, Fensterbänke und Tropfkanten prüfen |
| helle Punkte in regelmäßigem Raster | Dübelabzeichnungen: über den Dübeln trocknet der Putz schneller | Fläche reinigen; die Punkte zeigen Wärmebrücken, keinen Riss |
| helle Flächen unter Fensterbrüstungen | Wärme von Heizkörpern in Nischen dahinter | Fläche reinigen |
| graue bis schwarze Flecken an Ecken und Laibungen | Schimmelpilz, oft mit einer Feuchtequelle | Ursache klären, dann reinigen |
| Risse, Hohlstellen, Löcher | Schaden am Putz, etwa durch Stöße oder Spechte | vor der Reinigung vom Fachhandwerker instand setzen lassen |
Die Dübelabzeichnungen erklärt Bauhandwerk so: „An diesen Punkten ist die außenliegende Putzoberfläche wärmer als im Bereich des Regelquerschnitts des WDVS.“ Dort trocknet der Putz schneller ab, und im Bewuchs entstehen helle Punkte. Helle Flächen unter Fensterbrüstungen führt derselbe Beitrag auf Heizkörper zurück, deren Wärme bei relativ dünner Dämmung bis außen wirkt (abgerufen am 02.10.2026).
Genau dieses Muster zeigen die beiden Fotos: eine gedämmte Giebelwand vor unserer Reinigung, mit dunklen Streifen und hellen Punkten in regelmäßigem Raster, und dieselbe Wand danach.


Schimmel an Ecken und Anschlüssen behandelt der Beitrag Schimmel an der Fassade entfernen.
Warum Niederdruck statt Hochdruck auf WDVS?
Softwash ist eine Reinigung, bei der ein Reinigungsmittel den Belag löst und Wasser ihn anschließend mit geringem Druck abspült. Auf einem WDVS hat das einen technischen Grund: Ein harter Strahl trifft auf eine dünne Putzschale über weichem Dämmstoff. Was Sie deshalb vermeiden sollten:
- Hochdruckreiniger: Der Strahl raut den Putz auf, schafft neue Haftflächen für Bewuchs und drückt Wasser durch Haarrisse und offene Anschlüsse hinter den Putz. Ist der Putz mit Bioziden ausgerüstet, kann ein Hochdruckreiniger nach den Fassaden-Merkblättern des Umweltbundesamts (abgerufen am 02.10.2026) deren Auswaschung verstärken und die Schutzwirkung zerstören.
- Rotordüsen: Der Schieferhersteller Rathscheck schreibt: „Der Einsatz sogenannter Dreckfräser ist bei wärmegedämmten Fassaden nicht möglich. Die Gefahr von Beschädigungen durch den rotierenden Wasserstrahl ist zu groß.“ (Rathscheck, abgerufen am 02.10.2026)
- Dampfreiniger: Dampf entsteht bei 100 °C, und Polystyrol-Dämmplatten sind laut Baunetz Wissen nur bis „knapp über 100°C“ temperaturbeständig (abgerufen am 02.10.2026). Auf einer dünnen Putzschicht über EPS ist das ein unnötiges Risiko.
- Säuren: Saure Reiniger greifen kalk- und zementgebundene Putze an.
- Leitern und harte Bürsten: Eine angelehnte Leiter kann Druckstellen in der gedämmten Wand hinterlassen, Drahtbürsten zerkratzen den Oberputz.
WDVS-Fassade selbst reinigen: was geht
Frischen Bewuchs im Erdgeschoss können Sie selbst entfernen. Das Umweltbundesamt hält fest: „Frischer Algen- und Pilzbewuchs lässt sich nass abwischen oder -bürsten.“ (Umweltbundesamt, Themenseite Hausfassaden, abgerufen am 02.10.2026). So gehen Sie vor:
- Fenster und Türen schließen, Pflanzen am Sockel abdecken.
- Die Fläche mit dem Gartenschlauch ohne Druckaufsatz anfeuchten.
- Mit einer weichen Bürste und Wasser arbeiten. Einen Fassadenreiniger, den der Hersteller für Putz oder WDVS freigibt, setzen Sie nur nach Gebrauchsanweisung und mit der dort genannten Schutzausrüstung ein und lassen ihn nicht antrocknen.
- Von oben nach unten abspülen, damit gelöster Schmutz nicht über bereits gereinigte Flächen läuft. Ob nach dem Reiniger nachgespült wird, regelt seine Gebrauchsanweisung; decken Sie Pflanzen und Boden ab und lassen Sie keine Reste in Gewässer oder Kanalisation gelangen.
Über dem Erdgeschoss wird es eine Frage von Gerüst oder Hubarbeitsbühne, dann lohnt der Fachbetrieb. Eine Anleitung für alle Putzarten finden Sie unter Fassadenreinigung selber machen.
WDVS reinigen oder neu streichen?
Ein gewöhnlicher Anstrich überdeckt den Belag; die Ursache, die nächtliche Betauung, bleibt. Kostenmäßig liegt ein Neuanstrich laut kostencheck.de „im Bereich von 30 EUR pro m² bis 45 EUR pro m²“, wenn der Maler streicht (kostencheck.de, Fassade: Kosten, abgerufen am 02.10.2026), das Gerüst kommt hinzu. Für 150 m² sind das 4.500 bis 6.750 € plus Gerüst; die Reinigung kostet bei Fassadenklar für dieselbe Fläche ab 2.856 € inkl. MwSt. (2.400 € netto). Die Abwägung zeigt der Beitrag Fassade reinigen oder streichen.
Was kostet die Reinigung einer WDVS-Fassade?
Bei Fassadenklar kostet die Reinigung einer WDVS-Fassade 9,52–17,85 €/m² inkl. MwSt. (8–15 € netto), mindestens 1.904 € inkl. MwSt. (1.600 € netto). Einen Aufpreis für Desinfektion und Imprägnierung gibt es nicht, beides ist im Festpreis enthalten.
| Objekt (Stand 02.10.2026) | Festpreis (Stand 02.10.2026) |
|---|---|
| Kleines Haus bis ca. 100 m² Fassadenfläche (Mindestauftrag) | ab 1.904 € inkl. MwSt. (1.600 € netto) |
| Einfamilienhaus mit ca. 120 m² | ab 2.261 € inkl. MwSt. (1.900 € netto) |
| Einfamilienhaus mit ca. 140 m² | ab 2.618 € inkl. MwSt. (2.200 € netto) |
| Einfamilienhaus mit ca. 150 m² | ab 2.856 € inkl. MwSt. (2.400 € netto) |
| Häuser ca. 150–500 m² | 9,52–17,85 €/m² inkl. MwSt. (8–15 € netto), mindestens 2.856 € inkl. MwSt. |
| Mehrfamilienhaus bis ca. 500 m² | um 2.618 € inkl. MwSt. (2.200 € netto) |
| Objekte ab 500 m² | höchstens 11,90 €/m² inkl. MwSt. (10 € netto) |
Alle Preise und Beispiele finden Sie im Kostenüberblick Fassadenreinigung.
Vorbeugen: So bleibt das WDVS länger sauber
Was schnell abtrocknet, wird weniger befallen. Die Merkblätter des Umweltbundesamts nennen dafür ausreichende Dachüberstände, Fensterbänke mit passender Tropfkante, Sockel, die Spritzwasser schnell abführen, freie Regenrinnen und den Rückschnitt von Büschen und Bäumen an der Wand; dazu gehört, die Fassade regelmäßig zu inspizieren und bei erstem Bewuchs zu reinigen. Bei Neubau oder Sanierung empfiehlt das Umweltbundesamt WDVS mit dem Blauen Engel (DE-UZ 140) oder vergleichbare Systeme ohne Filmschutz.
Gegen die nächtliche Unterkühlung selbst verweist das Fraunhofer IBP in der IBP-Mitteilung 382 auf infrarotreflektierende Farben, die sie vermindern können. Nach einer Reinigung macht eine Imprägnierung die Oberfläche wasserabweisender; bei Fassadenklar ist sie im Festpreis enthalten.
Fazit
WDVS-Fassaden veralgen schneller als massive Wände, weil ihre dünne Putzschicht nachts auskühlt und länger nass bleibt. Gereinigt werden sie mit Reinigungsmittel und wenig Druck, nie mit hartem Strahl, Dampf oder Säure. Für die ganze Fassade zeigt Ihnen Fassadenklar das Ergebnis vorab an einer Probefläche:

