Eigenschaften der Schieferfassade
Schiefer ist ein metamorphes Schichtgestein mit ausgeprägte natürlicher Spaltbarkeit. Diese Eigenschaft macht ihn optisch einzigartig – und bei falscher Behandlung anfällig für Schäden. Die Spaltfugen sind potenzielle Eintrittspunkte für Wasser und mechanische Belastung.
Natürlicher Schiefer saugt wenig Wasser auf (geringe Porosität), aber die Spaltflächen können bei Frost-Tau-Wechseln unter Druck geraten. Biologischer Befall wie Flechten und Moos ist das häufigste Problem: Flechten produzieren organische Säuren, die die Steinoberfläche langsam angreifen, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden.
Typische Probleme an Schieferfassaden: Grünalgen und Moospolster in feuchten Bereichen, Flechten in halbschattigen Lagen, schwärzliche Verfärbungen durch Metalloxid-Auslösung sowie Kalkflecken entlang von Mörtelrückständen.
Was Sie bei Schieferfassaden unbedingt vermeiden sollten
Hochdruckreiniger über 40 bar sind bei Schiefer gefährlich. Der Druckstrahl kann entlang der natürlichen Schichtfugen eindringen, Wasser unter die Oberfläche pressen und Abplatzungen auslösen. Das Schadenbild tritt oft erst Wochen nach der Reinigung beim nächsten Frost auf.
Säurehaltige Reiniger (pH unter 4) reagieren mit dem im Schiefer enthaltenen Kalzit-Anteil: sichtbare Schaumbildung, Oberflächenabtrag und dauerhafte Mattierung der Steinoberfläche sind die Folge. Keine Salzsäure, keine Phosphorsäure, keine Hausmittel wie Essig oder Zitronensäurekonzentrate.
Mechanisches Kratzen oder Bürsten mit Metallbürsten zerstört die charakteristische Schieferoberfläche irreversibel. Nur Weichborsten aus Nylon oder Naturhaar verwenden.
Die richtige Methode: Softwash für Schieferfassaden
Die professionelle Methode für Schieferfassaden ist Softwash mit maximal 30–40 bar. Biozide Reinigungsmittel werden mit Fächerdüse aufgebracht, 20–30 Minuten einwirken gelassen und dann mit sehr niedrigem Druck abgespült. Moos und Flechten sterben ab und lösen sich innerhalb von Wochen vollständig ab.
Für Metallflecken (Eisenoxid, Kupfer) kommen chelatbasierte Spezialreiniger zum Einsatz, die Metallionen binden und entfernen, ohne die Steinoberfläche anzugreifen. Kalkflecken werden mit sehr schwach gepufferten organischen Säuren (pH 5–6) behandelt.
Wasser bei der Reinigung immer parallel zur Schichtung führen, nie senkrecht dazu. Druckwinkel flach halten (20–30 Grad zur Fläche), um Eindringen entlang der Spaltfugen zu vermeiden.
Typische Probleme bei Schieferfassaden
| Problem | Ursache | Methode |
|---|---|---|
| Moos / Grünalgen | Feuchtigkeit, Schattenlage | Softwash (max. 40 bar) + Algizid |
| Flechten | Halbschatten, Steinporen | Biozid + Softwash, Nachwirkung beachten |
| Metallflecken | Metallbeschläge, Eisenoxid | Chelatbasierter Spezialreiniger |
| Kalkflecken | Mörtelreste, Kalkwasser | Schwach gepufferte organische Säure |
Bei Moosbefall als Hauptproblem: Weitere Infos auf Moos an der Fassade entfernen.
Kosten: Schieferfassade reinigen lassen
Die Reinigung einer Schieferfassade kostet typisch 12–18 €/m². Der höhere Preis gegenüber Putzfassaden erklärt sich durch die notwendige Sorgfalt, niedrigere Arbeitsgeschwindigkeit und spezialisierte Reinigungsmittel. Bei starkem Flechtenbefall: 16–22 €/m².
| Fassadengröße | Reinigung (normal) | Reinigung (starker Befall) |
|---|---|---|
| 80 m² | 960–1.440 € | 1.280–1.760 € |
| 120 m² | 1.440–2.160 € | 1.920–2.640 € |
| 150 m² | 1.800–2.700 € | 2.400–3.300 € |
Mehr zur Preisübersicht: Fassadenreinigung Kosten-Überblick.
Fazit
Schiefer verlangt mehr Vorsicht als andere Fassadenmaterialien. Die natürliche Schichtstruktur macht ihn einzigartig – und anfällig für Druckschäden und Säureangriff. Professionelle Softwash-Reinigung ist die einzig empfehlenswerte Methode: schonend, effektiv und ohne Risiko für das Material.
Wir prüfen Ihre Schieferfassade vor Ort und reinigen eine Probefläche – damit Sie das Ergebnis sehen, bevor Sie entscheiden:


