Schieferfassade reinigen: Softwash für das empfindliche Schichtgestein
Auf einen Blick
Schiefer ist ein Schichtgestein mit natürlichen Spaltflächen — er ist sehr druckempfindlich und reagiert auf falsche Reinigung mit Abplatzungen und Rissen. Softwash mit niedrigem Druck und milden Reinigungsmitteln ist die einzig sichere Methode. Kein Hochdruck, keine Säuren. Kosten: 12–18 €/m².
Eigenschaften der Schieferfassade
Schiefer ist ein metamorphes Schichtgestein mit ausgeprägte natürlicher Spaltbarkeit. Diese Eigenschaft macht ihn optisch einzigartig — und bei falscher Behandlung anfällig für Schäden. Die Spaltfugen sind potenzielle Eintrittspunkte für Wasser und mechanische Belastung.
Natürlicher Schiefer saugt wenig Wasser auf (geringe Porosität), aber die Spaltflächen können bei Frost-Tau-Wechseln unter Druck geraten. Biologischer Befall wie Flechten und Moos ist das häufigste Problem: Flechten produzieren organische Säuren, die die Steinoberfläche langsam angreifen, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden.
Typische Probleme an Schieferfassaden: Grünalgen und Moospolster in feuchten Bereichen, Flechten in halbschattigen Lagen, schwärzliche Verfärbungen durch Metalloxid-Auslösung sowie Kalkflecken entlang von Mörtelrückständen.
Was Sie bei Schieferfassaden unbedingt vermeiden sollten
Hochdruckreiniger über 40 bar sind bei Schiefer gefährlich. Der Druckstrahl kann entlang der natürlichen Schichtfugen eindringen, Wasser unter die Oberfläche pressen und Abplatzungen auslösen. Das Schadenbild tritt oft erst Wochen nach der Reinigung beim nächsten Frost auf.
Säurehaltige Reiniger (pH unter 4) reagieren mit dem im Schiefer enthaltenen Kalzit-Anteil: sichtbare Schaumbildung, Oberflächenabtrag und dauerhafte Mattierung der Steinoberfläche sind die Folge. Keine Salzsäure, keine Phosphorsäure, keine Hausmittel wie Essig oder Zitronensäurekonzentrate.
Mechanisches Kratzen oder Bürsten mit Metallbürsten zerstört die charakteristische Schieferoberfläche irreversibel. Nur Weichborsten aus Nylon oder Naturhaar verwenden.
Die richtige Methode: Softwash für Schieferfassaden
Die professionelle Methode für Schieferfassaden ist Softwash mit maximal 30–40 bar. Biozide Reinigungsmittel werden mit Fächerdüse aufgebracht, 20–30 Minuten einwirken gelassen und dann mit sehr niedrigem Druck abgespült. Moos und Flechten sterben ab und lösen sich innerhalb von Wochen vollständig ab.
Für Metallflecken (Eisenoxid, Kupfer) kommen chelatbasierte Spezialreiniger zum Einsatz, die Metallionen binden und entfernen, ohne die Steinoberfläche anzugreifen. Kalkflecken werden mit sehr schwach gepufferten organischen Säuren (pH 5–6) behandelt.
Wasser bei der Reinigung immer parallel zur Schichtung führen, nie senkrecht dazu. Druckwinkel flach halten (20–30 Grad zur Fläche), um Eindringen entlang der Spaltfugen zu vermeiden.
Typische Probleme bei Schieferfassaden
| Problem | Ursache | Methode |
|---|---|---|
| Moos / Grünalgen | Feuchtigkeit, Schattenlage | Softwash (max. 40 bar) + Algizid |
| Flechten | Halbschatten, Steinporen | Biozid + Softwash, Nachwirkung beachten |
| Metallflecken | Metallbeschläge, Eisenoxid | Chelatbasierter Spezialreiniger |
| Kalkflecken | Mörtelreste, Kalkwasser | Schwach gepufferte organische Säure |
Bei Moosbefall als Hauptproblem: Weitere Infos auf Moos an der Fassade entfernen.
Kosten: Schieferfassade reinigen lassen
Die Reinigung einer Schieferfassade kostet typisch 12–18 €/m². Der höhere Preis gegenüber Putzfassaden erklärt sich durch die notwendige Sorgfalt, niedrigere Arbeitsgeschwindigkeit und spezialisierte Reinigungsmittel. Bei starkem Flechtenbefall: 16–22 €/m².
| Fassadengröße | Reinigung (normal) | Reinigung (starker Befall) |
|---|---|---|
| 80 m² | 960–1.440 € | 1.280–1.760 € |
| 120 m² | 1.440–2.160 € | 1.920–2.640 € |
| 150 m² | 1.800–2.700 € | 2.400–3.300 € |
Mehr zur Preisübersicht: Fassadenreinigung Kosten-Überblick.
Fazit
Schiefer verlangt mehr Vorsicht als andere Fassadenmaterialien. Die natürliche Schichtstruktur macht ihn einzigartig — und anfällig für Druckschäden und Säureangriff. Professionelle Softwash-Reinigung ist die einzig empfehlenswerte Methode: schonend, effektiv und ohne Risiko für das Material.
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Häufig gestellte Fragen
Kann man Schiefer mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein. Schiefer ist ein Schichtgestein — der Hochdruckstrahl kann entlang der natürlichen Spaltfugen eindringen und Abplatzungen verursachen. Maximal 30–40 bar, immer mit Fächerstrahl, nicht mit Punktstrahl.
Wird Schiefer durch Säure beschädigt?
Ja. Schiefer enthält Karbonate und reagiert mit Säuren unter Schaumbildung und Oberflächenabtrag. Keine salzsäure- oder schwefelsäurehaltigen Reiniger verwenden. Für Kalkflecken nur sehr schwach gepufferte organische Säuren (pH 5–6).
Wie oft sollte eine Schieferfassade gereinigt werden?
Alle 10–15 Jahre bei normalem Schmutzanfall. Bei biologischem Befall (Flechten, Moos) früher handeln, da Flechten Säuren produzieren, die Schiefer langfristig zermürben.
Was kostet die Reinigung einer Schieferfassade?
12–18 €/m² bei normaler Verschmutzung. Bei starkem Flechten- oder Moosbefall 16–22 €/m². Der höhere Preis spiegelt die nötige Sorgfalt und spezialisierten Reinigungsmittel wider.
Können Flechten an Schiefer dauerhaften Schaden anrichten?
Ja. Flechten produzieren Oxalsäure und andere organische Säuren, die langsam die Steinoberfläche angreifen. Früh behandeln ist günstiger als das Warten, bis der Stein beschädigt ist.
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