Fassade selber reinigen – wann ist DIY sinnvoll?
Die eigene Fassade selbst zu reinigen klingt verlockend: Material aus dem Baumarkt, ein freies Wochenende und los geht's. Doch die Realität ist komplexer. Dieser Ratgeber erklärt ehrlich, was Sie selbst machen können – und wann ein Profi die bessere Wahl ist. Den ausführlichen Vergleich finden Sie unter Selber reinigen oder Firma? – der ausführliche Vergleich.
Was Sie selbst reinigen können
Leichte Verschmutzungen an gut erreichbaren Stellen sind für Heimwerker machbar:
- Leichter Grünbelag: Dünne Algenfilme auf Putzfassaden im Erdgeschoss
- Staubablagerungen: Oberflächlicher Schmutz nach Bauarbeiten oder langer Trockenheit
- Vogelkot: Einzelne Stellen an Fensterbänken oder unter Dachvorsprüngen
- Regenspuren: Kalkablagerungen an kleinen Flächen
Schritt-für-Schritt: Fassade selbst reinigen
- Vorbereitung: Fenster und Türen schließen. Empfindliche Pflanzen abdecken. Schutzbrille und Handschuhe anlegen.
- Anfeuchten: Die Fassade mit dem Gartenschlauch gleichmäßig befeuchten. Von unten nach oben arbeiten, um Schmutzstreifen zu vermeiden.
- Reinigen: Seifenwasser oder milden Fassadenreiniger auftragen. Mit weicher Bürste kreisend arbeiten. Nicht zu fest drücken.
- Einwirken lassen: Bei Algenbefall den Reiniger 15–30 Minuten einwirken lassen.
- Abspülen: Gründlich mit klarem Wasser von oben nach unten abspülen.
Warum Hochdruckreiniger keine gute Idee sind
Der Hochdruckreiniger ist das meistgenutzte – und gleichzeitig schädlichste – Werkzeug für die Fassadenreinigung. Die Risiken:
- Putzschäden: Hochdruck erzeugt Mikrorisse und beschädigt die Oberflächenstruktur
- Feuchtigkeitseintritt: Wasser wird in Risse und Fugen gepresst und kann Frostschäden verursachen
- Schnellere Wiederverschmutzung: Aufgeraute Flächen bieten Algen und Moos besseren Halt
- WDVS-Fassade reinigen: Bei gedämmten Fassaden kann die Außenschicht durch Hochdruck durchbrochen werden
Wann Sie einen Profi beauftragen sollten
In folgenden Situationen ist eine professionelle Fassadenreinigung die sicherere und langfristig günstigere Wahl:
- Höhe über 6 Meter: Leitern sind ab dem 2. Stock gefährlich. Profis arbeiten mit Teleskoplanze oder Hubarbeitsbühne.
- Starker Algen an der Fassade oder Moosbefall: Oberflächliches Schrubben entfernt nur sichtbaren Belag – die Wurzeln bleiben. Professionelle Vorbehandlung zerstört den Befall nachhaltig.
- Empfindliche Materialien: WDVS, Klinker, Naturstein oder Holz erfordern materialgerechte Reinigung.
- Große Flächen: Ab ca. 50 m² übersteigt der Zeitaufwand für DIY schnell den Kostenunterschied zum Profi.
Kostenvergleich: DIY vs. Profi
| Posten | DIY | Professionell |
|---|---|---|
| Material / Reiniger | 30–80 € | Im Preis enthalten |
| Werkzeug (Bürste, Stiel) | 40–100 € | Im Preis enthalten |
| Arbeitszeit (100 m²) | 8–12 Std. (unbezahlt) | 3–4 Std. |
| Ergebnis | Befriedigend | Professionell |
| Langzeitschutz | Nicht enthalten | Optional (Imprägnierung) |
| Gesamtkosten (100 m²) | 70–180 € + Zeit | 300–1.500 € |
Fazit: Klein selber, groß vom Profi
Für einen verschmutzten Sockelbereich oder einzelne Flecken ist DIY absolut machbar. Sobald aber größere Flächen, Höhe oder hartnäckiger Befall ins Spiel kommen, liefert der Profi das bessere Ergebnis – ohne Risiko für Ihre Fassade und ohne Wochenende auf der Leiter.


