Algen an der Fassade entfernen: Anleitung, Hausmittel & Kosten
Von Rifat Fetahu, Inhaber von Fassadenklar · Aktualisiert am 8. Juli 2026

Auf einen Blick
Ja, Algen an der Fassade lassen sich meist selbst entfernen: Fläche prüfen, Algenentferner auftragen, mit weicher Bürste lösen, mit dem Gartenschlauch abspülen – nie mit Hochdruck. Essig und Soda wirken nur bei leichtem Befall und greifen kalkhaltigen Putz an. Ab einer Etage Höhe, bei WDVS-Fassaden oder wiederkehrendem Befall lohnt sich die professionelle Reinigung ab 8 €/m².
Ja, Algen an der Fassade lassen sich in den meisten Fällen selbst entfernen – vorausgesetzt, die Fläche ist ohne Leiter über Kopfhöhe erreichbar, nicht größer als eine Garagenwand und nicht mit einer empfindlichen WDVS-Dämmung verkleidet. Mit der richtigen Reihenfolge aus Vortest, Algenentferner und schonendem Abspülen ist ein Einfamilienhaus an einem Nachmittag sichtbar sauber.
Wo genau die Grenze liegt und was ein Hausmittel wirklich leistet, zeigt dieser Guide Schritt für Schritt – inklusive der Stellen, an denen Selbermachen mehr kostet, als es spart.
Kein Hochdruckreiniger nötig. Kein Profi-Equipment.

Algen von der Fassade entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Acht Schritte führen von der ersten Prüfung bis zum Langzeitschutz. Überspringen Sie keinen davon – die Reihenfolge entscheidet, ob der Befall nach vier Wochen zurückkommt oder erst nach Jahren.
- Fläche prüfen und Ausmaß einschätzen: Messen Sie die befallene Fläche und prüfen Sie, ob Sie sie ohne Leiter über Kopfhöhe oder mit maximal einer Trittleiter erreichen. Bei mehr als einer Etage Höhe oder einer WDVS-gedämmten Fassade sollten Sie an dieser Stelle abbrechen und einen Fachbetrieb einschalten.
- Vortest an unauffälliger Stelle: Reinigen Sie zunächst eine kleine, wenig sichtbare Stelle nur mit einer weichen Bürste und klarem Wasser. So sehen Sie, ob leichter Grünbelag schon ohne Chemie abgeht, bevor Sie stärkere Mittel einsetzen.
- Algenentferner auftragen und einwirken lassen: Tragen Sie einen für Fassaden zugelassenen Algenentferner gleichmäßig mit Sprühgerät oder Bürste auf. Halten Sie die auf der Verpackung angegebene Einwirkzeit ein – je nach Wirkstoffklasse zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden.
- Mit weicher Bürste abbürsten: Lösen Sie den aufgeweichten Algenbelag mit einer weichen Bürste oder einem Schrubber. Arbeiten Sie von oben nach unten, damit Sie bereits gereinigte Flächen nicht erneut verschmutzen.
- Mit dem Gartenschlauch abspülen: Spülen Sie die Fassade mit dem Gartenschlauch bei normalem Leitungsdruck ab, niemals mit dem Hochdruckreiniger. Der Wasserstrahl aus der Leitung reicht, um gelöste Algen zu entfernen, ohne Putz oder Farbe aufzureißen.
- Trocknen lassen und Ergebnis prüfen: Lassen Sie die Fläche einen Tag trocknen und begutachten Sie sie bei Tageslicht. Grünliche Schleier werden oft erst nach dem Abtrocknen richtig sichtbar.
- Bei Restbefall wiederholen: Bleiben hartnäckige Stellen zurück, wiederholen Sie Schritt 3 bis 5 ein zweites Mal. Ein zweiter Durchgang ist normal, vor allem bei mehrjährigem Befall.
- Imprägnierung als Schutz auftragen: Tragen Sie nach vollständiger Trocknung eine hydrophobierende Imprägnierung auf. Sie lässt Regenwasser abperlen und verzögert neuen Algenbefall um mehrere Jahre.
Tragen Sie bei jedem Schritt mit Reinigungsmittel Handschuhe und gegebenenfalls eine Schutzbrille. Bei den meist grünen Belägen auf Nord- und Wetterseiten reichen die acht Schritte in aller Regel aus.

Hausmittel im Realitätscheck: Was wirklich gegen Algen hilft
Essig und Soda helfen bei frischem, dünnem Grünbelag – aber beide haben einen Haken, den Foren-Tipps selten erwähnen. Essigsäure greift kalkhaltigen Putz und Fugenmörtel an und macht ihn auf Dauer poröser, nicht sauberer.
| Mittel | Wirkung | Risiko |
|---|---|---|
| Essig (1:1 mit Wasser) | löst frischen, dünnen Belag | greift Kalkputz und Fugenmörtel an, im Abwasser problematisch |
| Soda / Natron | mildes Peeling gegen leichten Grünbelag | wirkungslos bei eingewachsenen Algen, muss mehrfach wiederholt werden |
| Chlorreiniger | tötet Algen zuverlässig ab | bleicht Fassadenfarbe aus, reizt Haut und Atemwege, unzulässig im Erdreich |
| Spezielle Algenentferner (Baumarkt) | gezielt dosierte Wirkstoffklassen, tiefenwirksam | Biozid – Reste dürfen nicht ungeklärt in Kanalisation oder Erdreich laufen |
Ein Chlorreiniger wirkt zuverlässig, ist aber kein Hausmittel im eigentlichen Sinn: Er bleicht Anstriche aus und darf nicht einfach auf dem Rasen oder in den Gully ablaufen. Fachhändler-Algenentferner mit geprüfter Wirkstoffklasse liefern in der Praxis das beste Verhältnis aus Wirkung und Schonung der Oberfläche.
Wann Selbermachen an seine Grenzen stößt
Vier Situationen sprechen gegen die eigene Reinigung. Wir sagen das offen, auch wenn es uns Aufträge kostet: Bei einer normalen Einfamilienhaus-Fassade im Erdgeschossbereich ohne WDVS ist Selbermachen die günstigere Wahl.
- Mehr als eine Etage Höhe: Arbeiten auf der Leiter über Kopfhöhe sind die häufigste Ursache für Stürze bei Heimwerker-Fassadenreinigung. Ab dem Obergeschoss braucht es Gerüst oder Hubarbeitsbühne – Ausrüstung, die sich für eine einmalige Reinigung kaum rechnet.
- WDVS-gedämmte Fassaden: Die dünne Armierungsschicht unter dem Putz verträgt keinen Hochdruck und reagiert empfindlich auf falsch dosierte Mittel.
- Große Flächen: Ab etwa 80 Quadratmetern Fassadenfläche übersteigt der Zeitaufwand für Vortest, Auftragen und mehrfaches Abspülen schnell einen ganzen Wochenendtag.
- Wiederkehrender Befall binnen eines Jahres: Kommt der Grünbelag jedes Frühjahr an derselben Stelle zurück, liegt die Ursache meist tiefer – häufig Kondenswasser durch Taupunktunterschreitung. Reinigen allein löst das nicht.
Trifft einer dieser Punkte zu, ist eine kostenlose Probefläche der risikofreie nächste Schritt: Sie sehen das Ergebnis an Ihrer eigenen Fassade, bevor Sie sich für oder gegen eine Beauftragung entscheiden.
Kosten: Selber machen oder Profi beauftragen?
Materialkosten für Hausmittel und Algenentferner liegen zwischen 20 und 80 Euro. Der eigentliche Preis ist Ihre Zeit – und das Risiko, bei einer nicht abgestimmten Kombination aus Chemie und Hochdruckreiniger Schäden zu verursachen, die teurer werden als eine Reinigung.
| DIY | Profi | |
|---|---|---|
| Kosten | 20–80 € Material | 8–15 €/m², EFH ab 2.400 € Festpreis |
| Zeitaufwand | 4–8 Stunden inkl. Vortest und Trocknungspausen | 1 Tag, ohne eigenen Aufwand |
| Enthalten | nichts – Entsorgung in Eigenverantwortung | fachgerechte Abwasseraufbereitung, optionale Imprägnierung |
| Risiko | Frostschäden, ausgebleichte Farbe, Fehldosierung | Gewährleistung auf das Ergebnis |
Algen vorbeugen statt jedes Jahr neu putzen
Reinigen entfernt den Belag, ändert aber nichts an den Bedingungen, die ihn wachsen ließen. Warum Algen überhaupt an bestimmten Stellen entstehen und welche Faktoren das Wachstum begünstigen, erklären unsere Artikel Warum entstehen Algen an Ihrer Fassade und Algen an der Fassade: Ursachen.
Eine Imprägnierung nach der Reinigung ist die wirksamste einzelne Maßnahme gegen Neubefall. Mehr zum Gesamtbild rund um Ursachen, Kosten und Methoden liefert unser Überblicksartikel zu Algen an der Fassade.
Kostenlose Checkliste
7 Punkte, die Sie vor jeder Fassadenreinigung prüfen sollten – als PDF zum Herunterladen.
FAQ
Kann ich Algen an der Fassade selbst entfernen?
Bei einer ebenerdig erreichbaren Fassade ohne WDVS-Dämmung und einem Befall von wenigen Quadratmetern: ja. Tragen Sie einen Algenentferner auf, bürsten Sie ab und spülen Sie mit dem Gartenschlauch nach. Ab einer Etage Höhe oder bei größeren Flächen steigt das Unfall- und Fehlerrisiko so stark, dass sich ein Fachbetrieb lohnt.
Welches Hausmittel hilft gegen Algen an der Fassade?
Essig und Soda lösen leichten, frischen Grünbelag, wirken aber nicht gegen eingewachsene Algen und greifen kalkhaltigen Putz an. Ein spezieller Algenentferner aus dem Baumarkt ist gezielter dosiert und schont die Oberfläche stärker als improvisierte Hausmittel.
Warum kein Hochdruckreiniger?
Der Druck presst Wasser in feine Risse und hinter die Putzschicht, wo es bei Frost gefriert und die Fassade von innen aufsprengt. Auf WDVS-Dämmung kann der Strahl zusätzlich die empfindliche Armierungsschicht beschädigen. Ein Gartenschlauch mit normalem Leitungsdruck reicht für gelöste Algen völlig aus.
Was kostet professionelle Algenentfernung?
Rechnen Sie mit 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Höhe, Material und Befallsgrad. Für ein Einfamilienhaus liegt der Festpreis meist ab 2.400 Euro, inklusive fachgerechter Abwasserentsorgung und optionaler Imprägnierung.
Wie verhindere ich, dass Algen wiederkommen?
Bekämpfen Sie die Ursache, nicht nur den Belag: Eine Imprägnierung lässt Feuchtigkeit abperlen, ein ausreichender Dachüberstand hält Schlagregen fern, und Abstand zu Bäumen verbessert die Abtrocknung. Kommt der Befall innerhalb eines Jahres zurück, steckt oft Kondenswasser durch Taupunktunterschreitung dahinter.
Sind Algen an der Fassade schädlich?
Direkt für Menschen nicht, aber für die Bausubstanz schon. Algen scheiden Säuren aus, die Putz und Mörtel langsam auflösen, und die feuchte Schicht darunter begünstigt zusätzlich Moos- und Pilzbefall. Je länger der Befall bleibt, desto tiefer reicht der Schaden.
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