Fassade selbst reinigen: Anleitung in 6 Schritten mit Werkzeugliste
Von Rifat Fetahu, Inhaber von Fassadenklar · Aktualisiert am 20. Juli 2026

Auf einen Blick
Eine Fassade selbst reinigen gelingt bei kleinen, gut erreichbaren Flächen bis etwa 30 Quadratmeter mit leichtem Algenbefall. Sie brauchen dafür einen biozidhaltigen Reiniger, eine Niederdruck- oder Pumpspritze, eine weiche Bürste, eine standsichere Leiter und Schutzausrüstung. Die Materialkosten liegen bei 60 bis 200 Euro, dazu kommt viel Eigenzeit. Ab dem ersten Obergeschoss, bei WDVS oder starkem Bewuchs ist die professionelle Reinigung ab 2.400 Euro sicherer und hält deutlich länger.
Die Fassade selbst zu reinigen ist bei kleinen, ebenerdigen Flächen mit leichtem Grünbelag durchaus machbar - vorausgesetzt, Sie nutzen das richtige Werkzeug und arbeiten mit Niederdruck statt mit einem Hochdruckreiniger. Diese Anleitung führt Sie in sechs Schritten durch die Reinigung, nennt die nötige Ausrüstung mit Preisen und zeigt klar, wo die Grenze zur professionellen Arbeit verläuft.
Werkzeug- und Materialliste mit Preisen
Bevor Sie starten, sollten Sie alles bereitlegen. Die folgende Tabelle zeigt die Grundausstattung, um eine Fassade selbst zu reinigen, samt ungefährer Kosten aus dem Baumarkt.
| Ausrüstung | Zweck | Preis |
|---|---|---|
| Biozidhaltiger Fassadenreiniger (DDAC) | löst Algen, Moos und Pilze | 20 - 80 Euro |
| Drucksprühflasche oder Niederdruckpumpe | gleichmäßiger Auftrag ohne Hochdruck | 15 - 60 Euro |
| Weiche Wurzelbürste mit Teleskopstiel | schonendes Nacharbeiten | 15 - 40 Euro |
| Schutzbrille, Handschuhe, Regenkleidung | Schutz vor Spritzern und Biozid | 20 - 40 Euro |
| Abdeckfolie und Klebeband | Schutz von Fenstern und Pflanzen | 10 - 20 Euro |
| Geprüfte Leiter oder Teleskoplanze | Erreichen höherer Stellen | 50 - 200 Euro |
In der Summe landen Sie bei etwa 60 bis 200 Euro reinen Materialkosten - je nachdem, ob Leiter und Teleskoplanze schon vorhanden sind. Welche Mittel wirklich wirken, lesen Sie im Ratgeber Algenentferner für die Fassade.
Fassade selbst reinigen: Anleitung in 6 Schritten
Schritt 1 - Fläche und Wetter prüfen: Reinigen Sie nur an einem bedeckten, trockenen Tag ohne pralle Sonne und ohne Wind. Prüfen Sie, ob die Fläche ebenerdig erreichbar ist und ob es sich um eine robuste Oberfläche handelt. Ist es eine WDVS-Fassade, sollten Sie von der Eigenreinigung absehen.
Schritt 2 - Umgebung abdecken: Schützen Sie Fenster, Türen, Pflanzen und den Boden mit Folie. Biozidhaltige Mittel können Pflanzen schädigen und Oberflächen fleckig machen.
Schritt 3 - Reiniger ansetzen und auftragen: Verdünnen Sie das Mittel exakt nach Herstellerangabe und tragen Sie es mit der Drucksprühflasche von unten nach oben gleichmäßig auf. So vermeiden Sie Schlieren durch ablaufende Flüssigkeit.
Schritt 4 - Einwirkzeit abwarten: Lassen Sie den Reiniger je nach Produkt mehrere Stunden oder über Nacht einwirken. Wer hier abkürzt, macht einen der häufigsten Fehler und wundert sich über das schwache Ergebnis.
Schritt 5 - Nacharbeiten mit Niederdruck: Lösen Sie hartnäckigen Belag mit der weichen Bürste und spülen Sie mit dem Gartenschlauch bei niedrigem Druck nach. Ein Hochdruckreiniger würde Putz aufrauen und den Neubefall beschleunigen.
Schritt 6 - Schmutzwasser auffangen und imprägnieren: Fangen Sie das biozidhaltige Schmutzwasser auf, denn es darf nicht ungeklärt in die Kanalisation gelangen. Zum Abschluss schützt eine Fassadenimprägnierung die Fläche und verzögert den nächsten Bewuchs.
Sicherheit: Leiter, Schutzbrille und Handschuhe
Der gefährlichste Teil beim Selbstreinigen ist nicht die Chemie, sondern die Höhe. Eine Leiter gehört nur auf festen, ebenen Grund und im richtigen Anstellwinkel. Arbeiten Sie nie allein und lehnen Sie sich nicht seitlich hinaus - der häufigste Grund für Stürze ist zu weites Strecken.
Tragen Sie durchgehend eine Schutzbrille und chemikalienbeständige Handschuhe. Biozidhaltige Reiniger reizen Augen und Haut. Bei Arbeiten über Kopf schützt zusätzlich Regenkleidung vor herablaufenden Spritzern. Sobald die Fläche über dem Erdgeschoss beginnt, überwiegt das Risiko klar den Nutzen der Eigenleistung.
Typische Fehler beim Selbstreinigen
- Hochdruck auf Putz: raut die Oberfläche auf und beschleunigt den nächsten Algenbefall.
- Zu kurze Einwirkzeit: der Reiniger kann die Algen nicht abtöten, das Ergebnis hält nur wenige Wochen.
- Reinigung in praller Sonne: das Mittel trocknet zu schnell an und hinterlässt Schlieren.
- Fehlende Schutzausrüstung: Augen- und Hautreizungen durch Spritzer sind vermeidbar.
- Schmutzwasser ableiten: das ungeklärte Einleiten in die Kanalisation ist gesetzeswidrig.
Grenze zum Profi: Wann sich die Eigenleistung nicht lohnt
Die Eigenreinigung endet dort, wo Sicherheit und Ergebnis leiden. Bei Flächen über dem Erdgeschoss, bei WDVS und bei tief eingewachsenem Moos oder Flechten arbeitet der Profi mit dem schonenden Softwash-Verfahren schneller, sicherer und mit deutlich längerer Wirkung. Wie Sie beide Wege sauber gegeneinander abwägen, zeigt der Beitrag Fassadenreinigung selber machen oder Firma beauftragen.
Fassadenklar: Softwash zum Festpreis ab 2.400 Euro
Wenn die Eigenleistung an ihre Grenzen stößt, übernimmt Fassadenklar. Wir reinigen ausschließlich im schonenden Softwash- und Niederdruckverfahren - niemals mit Hochdruck, der Putz und Dämmung beschädigt. Für ein Einfamilienhaus liegt unser Festpreis ab 2.400 Euro, während marktüblich 2.800 bis 4.500 Euro aufgerufen werden.
Sie erhalten vorab eine kostenlose Probefläche und ein schriftliches Angebot ohne Haustürgeschäft. Das anfallende Schmutzwasser fangen wir auf und reinigen es über einen Aktivkohlefilter. Zum Abschluss schützt eine Langzeitimprägnierung die Fassade und verzögert den nächsten Bewuchs deutlich. Fordern Sie Ihre gratis Probereinigung an.
Weiterführende Artikel
Kostenlose Checkliste
7 Punkte, die Sie vor jeder Fassadenreinigung prüfen sollten – als PDF zum Herunterladen.
FAQ
Welche Werkzeuge brauche ich, um meine Fassade selbst zu reinigen?
Grundausstattung sind ein biozidhaltiger Fassadenreiniger, eine Drucksprühflasche oder Niederdruckpumpe, eine weiche Wurzelbürste mit Teleskopstiel, ein Wasserschlauch, Abdeckfolie und Schutzausrüstung aus Brille, Handschuhen und Regenkleidung. Für höhere Stellen kommt eine geprüfte Leiter oder eine Teleskoplanze dazu.
Wie gehe ich Schritt für Schritt vor?
In sechs Schritten: Fläche und Wetter prüfen, Umgebung abdecken, Reiniger nach Herstellervorgabe verdünnen und auftragen, Einwirkzeit abwarten, mit weicher Bürste und Niederdruck nacharbeiten und zuletzt das Schmutzwasser auffangen und fachgerecht entsorgen. Danach lohnt sich eine Imprägnierung als Schutz.
Welche Sicherheitsregeln sind beim Selbstreinigen wichtig?
Arbeiten Sie nie allein auf der Leiter, stellen Sie diese nur auf festem Grund im richtigen Winkel auf und tragen Sie immer Schutzbrille und Handschuhe. Biozidhaltige Mittel dürfen nicht in Augen, auf die Haut oder ins Grundwasser gelangen. Bei Wind und über dem Erdgeschoss steigt das Sturzrisiko stark an.
Welche typischen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler sind Hochdruck auf Putz oder WDVS, zu kurze Einwirkzeit, Reinigung in praller Sonne, das Weglassen der Schutzausrüstung und das ungeklärte Ableiten von Schmutzwasser. Jeder dieser Fehler kostet entweder Wirkung, verursacht Schäden oder verstößt gegen geltende Vorschriften.
Ab wann lohnt sich der Profi statt Eigenleistung?
Sobald die Fläche über dem Erdgeschoss liegt, es sich um eine WDVS-Fassade handelt oder Moos und Flechten tief eingewachsen sind. Der Profi arbeitet mit Softwash, fängt das Schmutzwasser auf und gibt eine Langzeitimprägnierung. Für ein Einfamilienhaus liegt der Festpreis ab 2.400 Euro, marktüblich sind 2.800 bis 4.500 Euro.
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