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Algen an der Fassade: Warum sie entstehen und was Sie dagegen tun können

Algen an der Fassade entfernen

Auf einen Blick

Algen wachsen an Fassaden, weil sie nur Licht, Wasser und CO₂ brauchen. Nordwände, fehlende Dachüberstände, WDVS-Dämmung und feuchte Lagen liefern genau diese Bedingungen. Grünalgen sind harmlos, Schwarzalgen und Cyanobakterien können Putz und Dämmplatten dauerhaft schädigen. Professionelle Reinigung entfernt den Befall bis in die Poren.

Warum Algen überhaupt an Fassaden wachsen

Algen brauchen drei Dinge zum Überleben: Licht, Wasser und CO₂ aus der Luft. Alles drei ist an jeder Außenfassade reichlich vorhanden. Die Frage ist nicht, ob Algen eine Fassade besiedeln können — sondern welche Bedingungen diesen Prozess beschleunigen.

Gebäude in städtischen Lagen sind durch die verbesserte Luftqualität der letzten Jahrzehnte sogar stärker betroffen als früher. Weniger Industrieruß bedeutet sauberere Luft — und weniger algentoxische Partikel auf den Oberflächen.

Feuchtigkeit ist der entscheidende Faktor

Algen brauchen keine stehende Nässe. Wenige Stunden feuchte Oberfläche nach einem Regenschauer reichen aus. Nordwände trocknen nach Regen deutlich langsamer als Südfassaden, weil sie kaum direkte Sonnenstrahlung abbekommen — das macht sie zur bevorzugten Wachstumsfläche.

Fehlende Dachüberstände leiten Regenwasser direkt auf die Fassade. Undichte Regenrinnen, schlecht abgedichtete Fensterbänke und Balkone ohne ausreichende Tropfkante erzeugen dauerhaft feuchte Zonen, in denen sich Algen innerhalb weniger Wochen etablieren.

Der WDVS-Effekt: Warum gedämmte Fassaden besonders betroffen sind

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) haben eine physikalische Eigenschaft, die Algenwachstum begünstigt: Die Dämmplatten leiten kaum Wärme nach außen. Dadurch bleibt die Putzoberfläche kühler als die Umgebungsluft — besonders in klaren Nächten. Feuchtigkeit kondensiert auf dem Putz, ohne dass Regen fallen muss.

Neuere Gebäude mit hohem Dämmstandard sind deshalb nicht selten stärker von Algenbefall betroffen als ältere Massivbauten aus den 1970er Jahren. Die Energieeffizienz wird erkauft mit einer erhöhten Anfälligkeit für Mikroorganismen auf der Fassadenoberfläche.

Grünalgen, Schwarzalgen, Cyanobakterien — kein gleicher Befall

Grünalgen (Chlorophyta) sind die häufigste Form. Sie wachsen meist oberflächlich, geben der Fassade einen grünlichen Schimmer und lassen sich mit der richtigen Reinigungsmethode vollständig entfernen. Rotalgen hinterlassen rötlich-braune Flecken und treten häufig in feuchten Lagen auf.

Cyanobakterien — oft als Schwarzalgen bezeichnet — sind resistenter. Sie produzieren Substanzen, die tief in den Putz einziehen und das Material zersetzen. Sichtbar werden sie als schwarzgraue Verfärbungen, häufig zuerst an Fensterlaibungen und Sockelbereichen. Auf WDVS-Fassaden ist Schwarzalgenbefall ein ernstzunehmender Schaden, kein rein optisches Problem.

Gesundheitsrisiken: Was stimmt, was übertrieben ist

Für gesunde Erwachsene sind Fassadenalgen kein direktes Gesundheitsrisiko. Cyanobakterien können Toxine bilden — relevant wird das, wenn man abblätternden Befall einatmet oder direkten Hautkontakt hat. Das Risiko beim Vorbeilaufen ist gering.

Das eigentliche Risiko liegt im Gebäude: Algen speichern Feuchtigkeit im Putz. Bei Frost dehnt sich das Wasser aus und sprengt Risse in den Putz. Diese Risse bieten Schimmel Eintrittsöffnungen — ein Problem, das von der Fassade bis in die Innenräume reichen kann. Schimmel an der Fassade ist eine direkte Folge von unbehandeltem Algenbefall über mehrere Winter.

Was man besser nicht tun sollte

Hochdruckreinigung ist bei Algenbefall auf Putzfassaden kontraproduktiv. Der Strahl dringt in den Putz ein, raut die Oberfläche auf und schafft damit mehr Angriffsfläche für den nächsten Befall. Druckfreie Reinigungsmethoden mit geeigneten Bioziden erreichen eine gründlichere Wirkung ohne Folgeschäden.

Hausmittel wie Essig wirken kurzfristig, sind aber aus zwei Gründen problematisch: Essig greift Zementputze an, und das Abwasser darf nicht unbehandelt in die Kanalisation. Wer größere Flächen behandelt, ist rechtlich und praktisch auf fachgerechte Abwasserentsorgung angewiesen.

Vorbeugung: Was dauerhaft hilft

Eine hydrophobe Fassadenimprägnierung nach der Reinigung verringert die Feuchtigkeitsaufnahme der Oberfläche erheblich. Algen finden weniger Wasser — die Ansiedlung wird deutlich verlangsamt. Hersteller geben typischerweise Schutzwirkungen von fünf bis zehn Jahren an; die tatsächliche Haltbarkeit hängt von der Lage und der Qualität des Untergrunds ab.

Bauliche Maßnahmen wirken noch dauerhafter: Dachüberstände von mindestens 30 cm, ordentlich abgedichtete Fensterbänke und intakte Regenrinnen reduzieren die Feuchtigkeitsbelastung der Fassade spürbar. Wer saniert, sollte diese Punkte vor der nächsten Fassadenreinigung prüfen lassen.

Wann professionelle Reinigung sinnvoll ist

Kleine grüne Flecken auf einer Putzfassade lassen sich mit einem geeigneten Algizid aus dem Fachhandel selbst behandeln. Sobald der Befall großflächig ist, schwarze Verfärbungen auftreten oder die Fassade aus Dämmputz besteht, übersteigt der Aufwand das, was Hausmittel leisten können. Unsere Seite Algen an der Fassade entfernen: Kosten und Methoden bietet einen detaillierten Überblick.

Der Hauptgrund für professionelle Hilfe ist nicht der Komfort — es sind die Folgekosten falscher Methoden. Ein aufgerauter Dämmputz, der durch zu hohen Druck beschädigt wurde, kostet in der Instandsetzung ein Vielfaches dessen, was eine fachgerechte Reinigung gekostet hätte. Lohnt sich professionelle Fassadenreinigung? Fast immer Ja.

Kostenlose Checkliste

7 Punkte, die Sie vor jeder Fassadenreinigung prüfen sollten — als PDF zum Herunterladen.

FAQ

Warum wachsen Algen vor allem an Nordwänden?

Nordwände trocknen nach Regen langsamer ab, weil sie kaum Sonnenstrahlung abbekommen. Die dauerhaft feuchte Oberfläche ist für Algen ideal — sie brauchen nur wenige Stunden Nässe, um sich anzusiedeln und zu vermehren.

Macht WDVS-Dämmung Algenbefall wahrscheinlicher?

Ja. Gut gedämmte Fassaden leiten kaum Wärme nach außen, weshalb die Oberfläche kühler bleibt als die Umgebungsluft. Feuchtigkeit kondensiert auf dem Putz — selbst ohne Regen. Algen und Cyanobakterien nutzen genau dieses Kondensationswasser.

Was ist der Unterschied zwischen Grünalgen und Schwarzalgen?

Grünalgen (Chlorophyta) sind meist oberflächlich und lassen sich relativ leicht entfernen. Schwarzalgen und Cyanobakterien (oft als 'Schwarzalgen' bezeichnet) sind widerstandsfähiger, wachsen tiefer in den Putz und produzieren Substanzen, die das Material angreifen können.

Sind Algen an der Fassade gesundheitsschädlich?

Direkt gesundheitsschädlich sind Fassadenalgen selten — solange man sie nicht einatmet oder anfasst. Cyanobakterien können jedoch Toxine bilden. Größer ist das Risiko für das Gebäude: Algen speichern Feuchtigkeit im Putz, was zu Frostschäden und Schimmelbildung führen kann.

Wie erkenne ich Algenbefall frühzeitig?

Erste Zeichen sind grünliche oder gräuliche Verfärbungen, oft zuerst an Fensterleibungen, Sockelbereichen und Flächen unter Dachrinnen. Eine rau gewordene Putzoberfläche deutet darauf hin, dass der Befall bereits tiefer eingedrungen ist.

Hilft Fassadenimprägnierung gegen Algen?

Eine hydrophobe Imprägnierung verringert das Feuchtigkeitsangebot auf der Oberfläche erheblich. Das macht es Algen schwerer, sich anzusiedeln. Wichtig: Die Imprägnierung muss nach der gründlichen Reinigung aufgetragen werden — auf verschmutztem Untergrund hält sie nicht richtig.

Wann muss ein Profi ran?

Sobald der Befall großflächig ist, sich auf WDVS-Fassaden befindet oder schwarze Verfärbungen auftreten, empfiehlt sich professionelle Hilfe. Falsche Reinigungsmethoden — besonders Hochdruck auf Dämmputz — können mehr Schaden anrichten als der Algenbefall selbst.

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